Wer kennt es nicht? Sie warten am Bahnhof, der Zug sollte eigentlich schon längst am Gleis stehen, doch er ist weit und breit nicht zu sehen. Die Deutsche Bahn ist nicht gerade für ihre Pünktlichkeit bekannt, was auch den Reisenden oftmals sauer aufstößt. Die Coronakrise hat aber nun einen Wandel in der Pünktlichkeit gezeigt, denn die Züge verspäten sich deutlich weniger. Der Grund? Da aktuell weniger Fahrgäste die Züge nutzen, sind auch die Standzeiten an den einzelnen Bahnhöfen geringer. Somit kommt der Zug deutlich pünktlicher an seinem Ziel an.

 

Wahrer Luxus

Fahren Sie dieser Tage mit der Deutschen Bahn im Fernverkehr, werden Sie ein überraschendes Phänomen feststellen: die Züge sind beinah komplett leer. Nur einige vereinzelte Personen, doch der ICE-Großraum ist oftmals leer. Ein wahrer Luxus für alle Bahnreisenden, die ansonsten nur hoffen konnten, dass sie noch einen Sitzplatz bekommen. Aktuell haben sie die freie Sitzplatzwahl. Doch noch ein Vorteil kristallisierte sich aus der Coronakrise heraus, denn die Züge fahren deutlich pünktlicher. Trotz eines vollen Programms erreichte beispielsweise die Hamburger S-Bahn an einigen Tagen eine 100-prozentige Pünktlichkeit. Auch der Fernverkehr hat sich mit mehr als 88 Prozent deutlich verbessert. Im Nahverkehr sieht das nicht anders aus, denn auch hier erreichte die Bahn den Spitzenwert von 96 Prozent.

Die DB Netz AG hat sich in einer internationalen Präsentation dazu geäußert und auch gewisse Gründe genannt. So gab das Unternehmen an, dass die aktuelle Situation eine Art „Laborbedingung“ schaffen würde. Dadurch konnten viele neue Erkenntnisse aus der Krise gewonnen werden, welche auch in Zukunft gewinnbringend eingesetzt werden sollen. Es sollen Fahrplananpassungen oder Entlastungen an neuralgischen Punkten folgen, um den Qualitätsgewinn beizubehalten. Außerdem soll besonders an den Haltezeiten bei allen „Metropolenverkehren“ gearbeitet werden. Es findet eine Optimierung statt, was zu einer deutlichen Verbesserung der Pünktlichkeit führen soll.

Einer der Hauptgründe für die hohe Pünktlichkeit sind die geringen Fahrgastzahlen, denn so kann der Wechsel an den Bahnhöfen deutlich schneller vonstattengehen. Fahrende Passagiere steigen aus und neue Gäste zu, deutlich schneller als früher. Somit hat die Coronakrise nicht nur ihre schlechten Seiten. Nachdem aber auch Experten vor einer höheren Ansteckungsgefahr gewarnt haben, haben fahrten mit Uber stark zugenommen.